„Wird das Werkstück als inspirierender Partner mit einer eigenen Sprache betrachtet, können seine oft überraschenden Impulse zur kreativen Chance werden.“ Nur wenn wir uns trauen, die Kontrolle über den Arbeitsprozess ein Stück wie loszulassen, können uns die inspirierenden Zufallsimpulse der Gegenübers bereichern und zu Neuorientierungen bewegen.“ (De Vries, 11)
Diese inspirierenden Zufallsimpulse sind jeder/m die/der sich in der Kunst schon etwas bewegt hat, bekannt. Sie stellen sich ein, wenn man das Ego loslässt und auf den nächsten Schritt vertraut. In der Kunsttherapie führen wir unsere Klient*innen an dieses Vertrauen wieder heran. Wir schaffen einen Raum, in dem der Glaube an sich und die eigenen Fähigkeiten aufgebaut und gestärkt wird. Der Dialog mit dem Material, dem Werk selbst ermöglicht immer wieder eine Innenschau. Kontrolle verhindert Impulse, die sich als Toröffner entwickeln können.
Das was sich dahinter befindet, kann unsere kühnsten Träume übertreffen. Zuversicht und Vertrauen zum eigenen Weg zu entwickeln, Impulse wahrzunehmen, aufzunehmen und umzusetzen gehört ebenfalls zur Arbeit in der Kunsttherapie. Dadurch wird eine Neuorientierung ermöglicht, die in manchen Phasen des Lebens unumgänglich sind. Die Kunst und kunsttherapeutische Prozesse helfen uns dabei, innere Hürden zu nehmen und zu einem erfüllten, dynamischen und lustvollen Leben zu finden.
Quelle
De Vries, K. (2011). Im Dialog mit dem Material, Dialogisches Gestalten als künstlerische Haltung. Books on Demand GmbH. Norderstedt.
© Barbara Güpner-Planner, M.A.
Kunsttherapie Wien