„Für sich allein genommen kann künstlerisches Tun nährende und heilende Wirkungen haben. Soll dieses Tun für Veränderungsschritte genutzt werden, die in der Beratung angeregt und im Alltag realisiert werden können, bedarf es einer angemessenen Sprache. Es ist eine wertschätzende, ressourcenorientierte, suchende Sprache…“. (Eberhart & Knill, 2009, 18)
Häufig gibt es die Idee, dass in kunsttherapeutischen Settings nicht gesprochen wird. Doch ist das Reflektieren und Erarbeiten von Veränderungsschritten über die Sprache ein wesentlicher Teil in der Kunsttherapie. Ohne intellektuellem Verständnis des eigenen Prozesses, der vorangegangen ist, oder an dem anschließend gearbeitet werden soll, wird es schwierig ziel- und lösungsorientiert zu voranzukommen. Es ist unerlässlich, dass wir, wenn wir mit erwachsenen Menschen arbeiten die Sprache hinzuziehen. Natürlich sind Kinder, sowie Menschen mit Mehrfach-Beeinträchtigungen davon ausgenommen bzw. muss der kognitive Teil angepasst werden. Hier gibt es auch ein anders definiertes Ziel.
Kommt ein Mensch mit einer Problematik zu mir, muss diese als Erstes erfasst werden. Das geschieht einerseits über kreativen Ausdruck und andererseits über Worte, Mimik und Gestik. Diese ergeben ein Bild, einen Eindruck aufgrund dessen die/der Kunsttherapeut*in interveniert. Diese Intervention führt zum Ziel der/des Klient*in in ihrer/seiner Thematik und hilft Schritte für Lösungen zu finden. Manchmal reicht es schon, wenn ein/e Klient*in eine Situation, einen anderen Menschen besser versteht. Es braucht nicht immer ausgereifte Lösungen.
So hat z. B. eine Klientin im Setting ihre Familie gezeichnet. Sie hat für jedes Familienmitglied eine andere Farbe verwendet. Es handelte sich um drei Schwestern, dazu noch Mutter, Vater, Oma und sie selbst. Alle haben sie in einem Haushalt am Land gewohnt. Für zwei Schwestern, ihren Vater und sich selbst hat sie pastellige, helle Töne gewählt. Für ihre Oma, Mutter und die dritte Schwester, waren die Farben in dunklem, satten Blau gehalten. Auf die Frage nach den Farbunterschieden zwischen den Familienmitgliedern meinte sie, dass die Oma, die Mutter und diese eine Schwester immer eine große Schwere mit sich herumtrugen. Die drei haben auch viel miteinander getuschelt und sie hat sich oft ausgeschlossen gefühlt, von diesem Dreier-Gespann. Für sie hat sich über diesen Prozess die Stimmung erklärt, in der sie groß geworden ist. Wichtig war zu bemerken, dass die Großmutter hier großen Einfluss auf die Familie hatte, was ihr bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war und dass diese Schwere - die allgegenwärtig war - heute noch Einfluss auf ihre Leben hat.
Das ist eine Momentaufnahme wie kunsttherapeutische Prozesse funktionieren können. Oft erlebe ich, dass es am Anfang nur um einen Überblick geht. Um Stimmungen und um unbewusste Wahrnehmungen. Im nächsten Schritt wird das tatsächliche Thema erforscht, dass zu tieferen Einsichten und Erkenntnissen zum gegenwärtigen Leben führt. Danach werden konkrete Schritte erarbeitet.
Wenn Du auch Lust dazu hast die Kunsttherapie mit all ihren wunderbaren Möglichkeiten kennenzulernen und Dein Leben aktiv zu gestalten, melde Dich bei mir.
© Barbara Güpner-Planner, M.A.
Kunsttherapie Wien, Psychologische Beratung, Coaching,